Shein – das steckt hinter der Ultra Fast Fashion Marke.

Pullover für 4 Euro, Kleider für 2 Euro und mittlerweile sogar Oberteile für 1 Euro –wie kann das profitabel sein? Shein wirbt mit kleinen Preisen und macht damit Milliardenumsätze. Die Praktiken dahinter wirken dubios und immer wieder kommen neue Skandale ans Licht. Wir haben uns das Ultra Fast Fashion Unternehmen genauer angesehen.


Inhaltsverzeichnis:

1. Unternehmensmodell Shein: Fashion Trends zu Spottpreisen.

2. Kritik und Skandale häufen sich bei Shein: Von Design-Klau, über giftige Chemikalien bis hin zu dubiosen Arbeitsbedingungen.

3. Nachhaltige Mode statt Ultra Fast Fashion.


Unternehmensmodell Shein: Fashion Trends zu Spottpreisen.

Das Modeunternehmen Shein ist besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Denn hier reicht das Taschengeld für die neuesten Trends – lange halten müssen die Teile ja nicht. Wer ein begrenztes Budget hat und auf der Suche nach den neuesten Trends ist, wird hier fündig. Das chinesische Unternehmen hatte 2013 – also vor nur 10 Jahren – lediglich 50 Mitarbeiter, inzwischen ist Shein die am meisten besuchte Fashion-Website der Welt. In den USA liegt das chinesische Unternehmen verkaufstechnisch sogar vor den Fast Fashion Giganten H&M und Zara. Täglich kommen etwa 7.000 neue Produkte auf die Website. Um ein neues Kleidungsstück auf den Markt zu bringen, braucht Shein nur noch 3-7 Tage – dieser Prozess dauert selbst bei anderen Fast Fashion Unternehmen mehrere Wochen bis Monate.

Das Modeunternehmen Shein kommt aus China.

Doch wie ist Shein so erfolgreich geworden? Das Unternehmen wirbt vor allem auf Social Media und arbeitet viel mit Influencern zusammen, die in ihren Shopping-Hauls alle möglichen Produkte zeigen und teils noch zusätzliche Rabattcodes für die ohnehin schon lächerlich günstige Kleidung anbieten. Gerade junge Menschen werden so überzeugt, bei Shein einzukaufen.

Auch ohne Influencer-Rabatt ist das Motto: Billig, billiger, Shein. Auf der Website heißt es überall „Sale“ und man bekommt direkt mehrere Rabattaktionen angeboten, wenn man auf die Startseite klickt. Auch Gamification setzt Shein gezielt ein: Glücksräder, Mini-Spiele in der App und ein Treueprogramm, bei dem man etwa für das Schreiben von Reviews Punkte erhält, die später beim Kauf eingelöst werden können. Greenpeace berichtet außerdem von sogenannten „dark patterns“, wie das Auslösen eines schlechten Gefühls bei Nicht-Kauf oder das Verbergen versteckter
Kosten. Diese Strategie scheint aufzugehen: Inzwischen wird der Unternehmenswert von Shein auf etwa 100 Milliarden Dollar geschätzt. Im Vergleich dazu hat Zalando als Europas größte Modeplattform lediglich einen Unternehmenswert von 10 Milliarden Euro.


Kritik und Skandale häufen sich bei Shein: Von Design-Klau, über
giftige Chemikalien bis hin zu dubiosen Arbeitsbedingungen.

Was wir bisher als Fast Fashion kannten, wird von Shein noch einmal auf die Spitze getrieben – und nennt sich Ultra Fast Fashion. In einem Beitrag von ZDF heißt es, dass Shein standardmäßig die Designs von kleinen, unabhängigen Designern klaut. Dagegen können diese rechtlich kaum vorgehen und werden auch dann meist einfach komplett ignoriert.

Unfassbar. Greenpeace: Produkte von Shein enthalten giftige Stoffe. In einem unabhängigen Labor für Schadstoffanalytik ließ Greenpeace 47 Kleidungsstücke von Shein testen. Das Ergebnis: 15 % der Klamotten enthielten gefährliche Chemikalien, die oberhalb der Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung lagen. Darüber hinaus enthielten 32 % gefährliche Chemikalien in besorgniserregenden Mengen. In der Mode von Shein wurden Schwermetalle wie Blei und Nickel entdeckt sowie aromatische Amine und hohe Mengen Weichmacher (Phthalat). Greenpeace geht davon aus, dass Shein kaum Kontrolle über die Handhabung solcher gefährlicher Substanzen innerhalb seiner Lieferkette hat. Darunter leiden auch die Arbeiter:innen in den Fabriken, die Kleidung für Shein herstellen. Den gesamten Bericht findest du hier.

Natürlich sind diese Stoffe auch für die Umwelt bedenklich. Dazu kommt, dass viele Kleidungsstücke von Shein aus Plastik hergestellt und in Plastik verpackt werden. Dadurch, dass die Kleidung zu einem kurzlebigen Wegwerfprodukt gemacht wird, landen die Teile umso schneller wieder im Müll und belasten so unseren Planeten. Die größte Kritik: Shein richtet sich vor allem an eine sehr junge Zielgruppe, der diese katastrophalen Folgen vermutlich gar nicht so bewusst sind. Greenpeace fasst die Problematik so zusammen: „Es ist schwer vorstellbar, wie Fast-Fashion noch schlimmer werden kann, und doch passiert aktuell genau das: Das jüngste Phänomen – Ultra-Fast-Fashion – wird von der chinesischen Online-Modemarke SHEIN gerade auf die Spitze getrieben.

Dieses Geschäftsmodell beruht auf der Ausbeutung von Umwelt und Menschen, es setzt gezielt auf eine mangelnde Durchsetzung von Gesetzen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten und Konsumierenden – sowie des Klima- und Umweltschutzes. Kritik von Konsumenten häuft sich.

Während all das passiert, stellt sich Shein selbst als ethisch und nachhaltig dar, doch die Preise und wiederholten Anschuldigungen lassen das bezweifeln. Das Schweizer NGO Public Eye 2021 berichtete, dass Beschäftigte in den Fabriken für Shein ganze 18 Stunden pro Tag schuften müssen und unter Lohnkürzungen leiden. Aufgrund seiner Größe wird Shein vorgeworfen, dass die Einhaltung von Menschenrechten kaum sichergestellt werden kann, während das Unternehmen von sich selbst behauptet, dass keine Kinder- oder Zwangsarbeit stattfindet.

Gegen Fast Fashion.

Es geht auch anders: Erfahre mehr zum Thema Fair Fashion. Gleichzeitig tauchen auf sozialen Medien auch immer mehr beunruhigende Informationen über Shein auf: In TikTok-Videos berichten Kund:innen etwa, dass in der Kleidung von Shein Hilferufe von Arbeiter:innen aus den Fabriken versteckt waren.

Die wachsende Kritik an Shein macht sich auch auf Bewertungsportalen bemerkbar:
Die Qualität der Kleidung ist – wie wohl zu erwarten – oft mangelhaft. Auch die Zustellung der Pakete funktioniert nicht immer einwandfrei und manchmal kommen Bestellungen gar nicht an. Inzwischen warnt sogar die Verbraucherzentrale davor, bei Shein einzukaufen.


Nachhaltige Mode statt Ultra Fast Fashion.

Es ist eigentlich klar: Fast Fashion oder gar Ultra Fast Fashion wie bei Shein belastet die Gesundheit der Arbeiter:innen, die des Planeten und sogar die der Träger:innen. Wer da mitmacht, nur um Plastikteile im Schrank zu haben, die dann – je nach aktuellem Trend – ein paar Mal getragen werden, sollte das unbedingt hinterfragen. Die bessere Wahl ist Mode, die lange hält, zeitlos ist und für die weder Menschen noch der Planet leiden müssen – bei uns nicht einmal Tiere, denn alle Artikel in unserem Onlineshop sind zu 100 % vegan.

>>>>> Zum green.in.pieces Onlineshop.

Wenn du dich für nachhaltige Mode interessierst, kannst du außerdem auch auf Siegel achten. Die wichtigsten haben wir dir hier zusammengefasst.

Du kannst diesen Artikel gerne teilen.