Fair Fashion

Warum Mode selten fair ist und was wir ändern müssen.

Wenn du Mode wie die Mehrheit neu und günstig bei den üblichen Marken kaufst, trägst du damit – vermutlich ohne es zu wissen – zu Ausbeutung und Leid bei. Menschen arbeiten sich die Finger wund, sind finanziell abhängig oder gesundheitlich in Gefahr, damit wir möglichst billig die neuesten Trends tragen können. Da stimmt doch etwas nicht, oder? Wir zeigen dir, was Fair Fashion bedeutet, wieso du faire Mode kaufen solltest und wie du sie findest.

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Die Schattenseiten der Modeindustrie.


2. Diese Vorteile hat Fair Fashion.


3. Wer produziert fair – Marken und Siegel kennen.

 

1. Die Schattenseiten der Modeindustrie.

Wer das Wort „Mode“ hört, denkt vielleicht an extravagante Designer, Fashion Shows und Supermodels. Doch Mode ist meistens Massenware, die alles andere als nachhaltig hergestellt wird, nur um dann genauso schnell wieder aussortiert zu werden. Wir haben hier erklärt, warum die Modeindustrie nachhaltiger werden muss.

Schneller und günstiger Konsum bringt aber nicht nur Probleme für die Umwelt, sondern häufig auch die Ausbeutung von Menschen mit sich. Wenn du dein T-Shirt „Made in India“ für 5 Euro kaufst, sind darin sämtliche Kosten für Rohstoffe, Verarbeitung und Transport inkludiert – und damit natürlich auch der Lohn der Arbeiter. Und die Marke will ja auch nicht Profit machen. Da wird schnell klar, wie wenig die Menschen verdienen, die diese Ware herstellen.

Oft müssen Arbeiter in den Fabriken unter katastrophalen Bedingungen schuften. Viele sind etwa beim Behandeln oder Färben von Stoffen gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt. Auch Überlastung ist ein großes Thema, da die Arbeitsstunden in vielen Ländern nicht so human
geregelt werden, wie in Deutschland. Teils müssen die Menschen 90 Stunden pro Woche arbeiten für Hungerlöhne. In Bangladesch liegt der Monatslohn etwa bei 9,50 Euro. Dazu kommen immer wieder Skandale von Bränden und eingestürzten Fabriken, die zu Verletzungen und sogar Todesfällen führen.

Auch Diskriminierung ist ein großes Problem. Niedrigere Löhne, sexuelle Ausbeutung und Benachteiligung bei der Arbeit gibt es leider sehr oft in der Textilindustrie. Noch extremer, aber nicht selten sind Zwangs- und Kinderarbeit. Laut der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es weltweit etwa 160 Millionen Kinderarbeiter. Sie müssen zum Beispiel Baumwolle ernten, die
später als Billig-Shirt im Laden hängt.

Aber was kannst du dagegen überhaupt tun? Als Konsument ist nicht ersichtlich, ob ein scheinbar normales Kleidungsstück solche Folgen mit sich zieht. Immerhin kaufen wir keine Kleidung, die offen mit Kinderarbeit beworben werden. Doch genau hier liegt das Problem: Wir hinterfragen unseren Konsum oftmals nicht und gehen davon aus, dass schon alles in Ordnung sein wird. Noch dazu tun große Modemarken alles, um solche Missstände zu vertuschen. Die bessere Option nennt sich Fair Fashion.

 

2. Diese Vorteile hat Fair Fashion.

Sicher kennst du Fairtrade-Schokolade oder Kaffee, aber was macht eigentlich Mode fair? Da der Begriff nicht geschützt ist, eine sehr gute Frage. Auch die Siegel haben unterschiedliche Kriterien, die ein Produkt als „fair“ kennzeichnen. Weiter dazu später im Artikel.

Soviel ist klar: Faire Mode sollte auf jeden Fall ohne Kinder- und Zwangsarbeit hergestellt werden. Auch müssen entsprechende Löhne gezahlt werden, von denen die Arbeiter tatsächlich leben können – dazu gehören angemessene Gesundheits- und Altersvorsorge. Faire Arbeitsbedingungen gehören ebenso zu den Grundpfeilern von Fair Fashion. Kein Mitarbeiter sollte sich für die Arbeit in Gefahr begeben oder seine Gesundheit aufgeben müssen. 

Auch Gleichberechtigung ist ein wichtiges Thema – Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Geschlecht darf es bei Fair Fashion nicht geben.

Um diese Standards zu garantieren, achten Marken, die sich der Fair Fashion verschrieben haben, besonders aus transparente Lieferketten. Nur so können unabhängige Organisationen bestimmte Standards testen und zertifizieren. Denn: Große Modeproduzenten kennen ihre eigene Produktions- und Lieferkette nicht im Detail. Ob also Dienstleister vor Ort schmutzige Geschäfte
machen oder Menschen ausbeuten, kann nicht eindeutig bewiesen werden. Das macht es natürlich auch schwer, daran etwas zu ändern.

We made your clothes. Fair Fashion Arbeiterinnen.

Fair Fashion hingegen muss in jedem Schritt der Herstellung strenge Kriterien erfüllen. Dazu braucht es eine transparente Lieferkette und eine unabhängige Überprüfung der Standards an verschiedenen Stellen der Produktion. So werden etwa bestimmte Mindestlöhne festgelegt und langfristige  Geschäftsbeziehungen geschaffen. Bei Fair Fashion gibt es außerdem Dinge wie spezielle Kredite für Frauen, Gleichberechtigungskurse und arbeitsrechtliche Mindeststandards.

Gut zu wissen: Ein in Europa hergestelltes Kleidungsstück ist nicht per se „besser“ als eines aus Asien. Zumal die Menschen, die dort in den Fabriken arbeiten oft auf den Lohn angewiesen sind, um ihre Familien zu ernähren. Das Ziel von Fair Fashion ist also eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und nicht das Entziehen dieser Einnahmequelle.

 

3. Wer produziert fair – Marken und Siegel kennen.

Zwar haben große Marken teilweise ihre eigenen nachhaltigen oder fairen Kollektionen, doch ganz ehrlich: Das ist oft nicht mehr als Greenwashing. Mit ein bisschen Fairness ist es eben nicht getan. Deshalb solltest du auf Fair Fashion setzen, also Mode, die komplett unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Auskunft geben beispielsweise Siegel, die spezielle den fairen Handel kennzeichnen. Und inzwischen gibt es auch viele Fair Fashion Marken, die ausschließlich faire Kleidung anbieten.

Willst du Fair Fashion im Laden kaufen, solltest du sogenannte Weltläden ausprobieren. Dort werden nur Produkte aus fairem Handel verkauft. Aber auch online findest du inzwischen viele Modemarken und Shops, die sich dem Prinzip von Fair Fashion verschrieben haben.

> Zum Beispiel bei uns im Onlineshop.

Nicht allen Marken, die fair produzieren, sind übrigens zertifiziert, denn Siegel kosten aufgrund der entsprechenden Kontrollen Geld. Und je nachdem, welches Siegel du dir ansiehst, werden die Kriterien für Fair Fashion auch unterschiedlich kontrolliert.

So gibt es etwa das bekannte Fairtrade Siegel, das Mindestpreise für bestimmte Produkte garantiert, sich gegen Kinderarbeit und Diskriminierung einsetzt und Arbeitssicherheit verbessert. Das Siegel Fairtrade Textile Produktion garantiert Textilprodukte, bei denen die gesamte Lieferkette nach dem Fairtrade-Standard zertifiziert ist.

Weitere faire Siegel sind das von Naturland, das neben Mode auch Lebensmittel und Kosmetik überprüft, sowie das GEPA fair+ Siegel, das speziell auf die Rückverfolgbarkeit von Produkten achtet.

Für nachhaltige Mode kennst du vielleicht schon das den Global Organic Textile Standard (GOTS). Er zertifiziert hauptsächlich nachhaltige Kriterien, beinhaltet aber auch soziale Mindeststandards. Etwa werden das Verbot von Kinderarbeit, festgelegte Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen überprüft. So ähnlich ist es auch bei den Siegeln des Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN).

Der Grüne Knopf ist ein recht neues, staatliches Siegel. Hier geht es nicht ausschließlich um faire Produktion, sondern auch um Nachhaltigkeit. Aber einige Standards, wie das Verbot von Kinderarbeit werden überprüft. Das Problem: Der Grüne Knopf überprüft bislang noch nicht alle Arbeitsbereiche in der Herstellung. Andere, strengere Siegel sind also verlässlicher.

Am Ende gilt unabhängig vom Siegel: Mit deinem Konsum kannst du viel bewirken. Indem du auf Fair Fashion statt Billigware setzt, gibst du der Modeindustrie einen wichtigen Impuls, wofür Kunden Geld ausgeben und wofür nicht. Und wenn ein T-Shirt dann eben nicht mehr nur 5 Euro kostet, weißt du, dass du damit das Leben von Menschen besser und nicht schlechter machst.

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